Man könnte meinen, dass man heutzutage als Musiker im Krisenmodus nur zwei Auswege hat: ins Internet oder den Untergrund zu gehen. Ich stelle mir gelegentlich ein dystopisches (jedoch nicht völlig unrealistisches) Szenario vor, bei dem Theater- oder Kammermusikaufführungen nur unter strengster Geheimhaltung hinter verschlossenen Türen – und damit unter ähnlich illegalen, kriminalisierten Bedingungen wie verbotenes Glücksspiel, Drogenhandel etc. stattfinden können. Dies hat, in aller Tragik, auch etwas zutiefst Romantisches: wir riskieren unser Leben für die Kunst.

Ähnlich dystopisch kommt mir der aktuelle Trend vor, so gut wie alles, was bisher in direkter Begegnung mit MusikerkollegInnen und dem Publikum stattfinden konnte, ins Internet zu verlagern. Was ich in der Anfangsphase des Lockdowns als rührenden Versuch wahrgenommen habe, Lebenszeichen zu senden, Mut zu machen und irgendwie im Gespräch zu bleiben, bereitet mir inzwischen einiges Unbehagen: Und zwar besonders, wenn in diesem Zusammenhang vorschnell von einer „neuen Normalität“ gesprochen wird, an die wir uns „gewöhnen müssen“.

Eine digitale Räumlichkeit wird im besten Fall nur simuliert

Der digitale Ersatz unserer Kommunikation kann schon deswegen nur eine vorübergehende Not-Lösung sein, weil der digitalen Sphäre einfach der Raum fehlt – der Klangraum, in dem Klänge sich bewegen, reflektiert werden und Resonanzen erzeugen. Wer vom virtuellen Raum redet, muss wissen, dass dieser nur zweidimensional und datenreduziert ist. Eine Räumlichkeit existiert eigentlich überhaupt nicht, sondern diese wird nur behauptet, im besten Fall simuliert. Ich kenne niemanden, der seine Kunst mit einem gewissen Anspruch betreibt und sagen würde, dass das Streamen von Musik einen auch nur annähernden Ersatz eines Live-Erlebnis darstellt.

Das Erlebnis von Klang, das Musikschaffende und Zuhörer aneinanderbindet und vereint, fehlt im Live-Stream völlig, da er wie das Fernsehen nur in eine Richtung sendet. Gewiss kann man etwas hineinchatten, doch ohne Bezug ebenfalls nur in eine Richtung. Ob das, was manchmal in solchen Räumen entsteht (wenn doch eine beidseitige Kommunikation zustande kommen sollte), wirklich mit dem Begriff Resonanz bezeichnet werden kann, ist fraglich. Gerade in dem Sinne, wie ihn etwa der Soziologe Harmut Rosa verwendet, nämlich als jenen hochsensiblen Bereich der nonverbalen Kommunikation, den lebendiges menschliches (musikalisches) Interagieren auszeichnet. Wie etwas von diesem Niveau im digitalen Bereich funktionieren soll, ist mir schleierhaft.

„Verbunden“, weil wir alle nach demselben Click spielen?

Gewiss darf man bestaunen, was heutzutage technisch alles möglich ist. Das ist auch nicht die Frage, sondern ob es vielleicht nur dann (und deswegen) möglich ist, weil wir alle streng nach demselben Click spielen. Dass man dabei das Gefühl haben kann, irgendwie „verbunden“ zu sein, ist ja auch etwas Schönes.

Ob das Netzpublikum dieses Gefühl dann noch teilt, wenn es nebenbei zu Abend isst oder nebenbei andere Dinge tut, wie es heute üblich ist, kann man nicht wissen, nur in guter positivistischer Manier (die übrigens alle Technikbegeisterten verbindet) hoffen.

Da man in den Medien gern von „kreativen Lösungen“ spricht, sollte nicht vergessen werden, dass dies immer aus der Perspektive des totalen Shutdowns geschieht. Ich frage mich ja schon die ganze Zeit, ob man anstelle von reduzierten Datenströmen bei maximaler Reichweite als Alternative nicht auch volles Liveerlebnis bei reduzierter Reichweite anbieten kann. Aber wie es scheint, sind die anderen immer schneller: Die Softwarefirmen möchten uns ihre rettenden Programme verkaufen, und die Kultusminister scheinen begeistert, dass sie endlich die Bildung digitalisieren dürfen.

Eine Renaissance der Haus- und Salonkonzerte

Nach zwei Monaten Krisenmodus dürfte deutlich geworden sein: Gerade der Bereich des gemeinschaftlichen Musikerlebens – von der Dorfkapelle über den Kirchenchor und das Opernhaus bis hin zum Rockfestival – wird noch sehr lange warten müssen, bis alles in der gewohnten Weise wieder läuft, wenn überhaupt.

Nur, was machen wir bis dahin? Sollen wir im virtuellen Raum oder in der Untätigkeit verharren? Gibt es etwa kein Dazwischen?

Nachdem nun auch die standhaftesten Intendanten ihre Spielzeiten beendet und die letzten Festivals abgesagt haben, warte ich bisher vergeblich auf neue Initiativen im Konzertleben: wo bleiben denn die Ansagen?

Es wäre doch möglich, zumindest vorübergehend, auf Kleinformate wie Kammermusik und Liedgesang auszuweichen. Aufführungen im privaten Bereich, für den ja großzügigere Regeln gelten als für den öffentlichen, können stattfinden. Sponsoren und Mäzene könnten als Veranstalter und Förderer auftreten. Dies wäre nichts weniger als eine Renaissance der Haus- und Salonkonzerte – einer der Grundsteine bürgerlicher Kultur.

Wer einwirft, nicht von „den Reichen“ abhängig sein zu wollen, der sei kurz daran erinnert, dass kein Opernhaus und kein Festival ohne die Unterstützung von Banken und Großkonzernen auskommt. Außerdem ist dies ja nicht nur eine – durchaus wünschenswerte – Form von Umverteilung, sondern auch eine gute Gelegenheit, den Damen und Herren einmal auf Augenhöhe zu begegnen.

Verein(e) für musikalische Privataufführungen

An ein „Best Practice“ Beispiel, dass ziemlich genau 100 Jahre zurückliegt, möchte ich aus gegebenem Anlass erinnern:
Arnold Schönbergs „Verein für musikalische Privataufführungen“, der mit für heutige Verhältnisse ziemlich utopischen Statuten gegründet wurde. Dass dem Verein nach drei Jahren das Geld ausging, spricht nicht gegen sein Vorhaben, und bis dahin hatte man in 177 Konzerten über 300 Werke aufgeführt. Mehr dazu später.

Auf die heutige Situation übertragen, müsste Schönbergs Vorgehen mit seinen edlen Prinzipien nur um Teilnehmerobergrenzen und Abstandsregeln ergänzt werden (welche den aktuellen politischen Vorgaben gemäß angepasst werden können). Zusätzlich könnten die Konzerte aufgenommen werden und in Form eines Livestreams an angemeldete Gäste gesendet werden – dies entspräche in etwa den „Plätzen mit Sichtbehinderung“ (wobei es sich genau genommen eher um eine Hörbehinderung handelt). Die besten Aufnahmen könnten als CD verkauft oder an die Förderer verschenkt werden.

An Stadttheatern könnten solche Konzepte schon bald erprobt werden, da die Infrastruktur inklusive Ton- und Bildtechnik vollständig vorhanden ist. Die Frankfurter Oper hat schon vor Jahren damit begonnen, ihre Vorstellungen per Lautsprecher in den Außenbereich zu übertragen. So könnte bei annehmbarem Wetter ein kleines Publikum drinnen und ein größeres Publikum draußen zuhören (oder in einer Art „Public Viewing“ sogar zusehen). Einen Livestream oder eine Aufnahme kann man zusätzlich immer noch machen und so gestaffelte Reichweiten erzielen.

Der abrupte Stillstand des Konzertbetriebs kann eine Chance sein

Eine möglichst hohe Reichweite ist natürlich schon immer der Wunsch eines jeden Künstlers gewesen: auch ich träumte einst von Welttourneen und dergleichen. Problematisch wird es nur dort, wo auch der Kulturbereich von der grenzenlosen Wachstums- und Steigerungslogik des neoliberalen Marktes erfasst wird. Dies passiert schon seit langem und hat uns im Trend zu noch mehr und noch größeren Festivals, Wettbewerben, Konzertreihen und Events geführt. Machen wir uns nichts vor: auch das Konzertleben ist expansiv.

In diesem Sinne könnte der abrupte Stillstand des öffentlichen Konzertbetriebs eine gute Chance sein, das Gegenteil zu erproben, nämlich eine kontraktive Konzertkultur: alles etwas kleiner und feiner, vielleicht mit weniger Reichweite, aber dafür exklusiver und widerstandsfähiger (resilienter), weil regional stärker verankert und daher persönlicher (und interaktiver).

Um beim Schönbergschen Vorbild zu bleiben: Exklusiver geht es kaum. Wenn der Musikgenuss als Geheimtipp wahrgenommen wird, macht seine Knappheit das Konzerterlebnis umso wertvoller. Es wird eben gerade nicht in alle Welt hinaus gesendet und ist jederzeit abrufbar, sondern nur denen zugänglich, die den Wert der Sache erkennen. Und dies sollte – ebenfalls nach Schönberg – keine Frage des Geldbeutels sein.

Klein und fein: Künstler und Gäste/Gastgeber lernen einander kennen, es findet ein persönlicher Austausch statt. Jeder Abend ist ein Unikat, nicht nur von den dargebotenen Programmen her, sondern auch vom gesellschaftlichen Rahmenprogramm. Musik ist eine von mehreren Hauptsachen, sie kann Anlass zur Diskussion sein oder eine soziale/philosophische/ökologische Debatte flankieren. Konzertvortrag und Podium bilden ein attraktives Mischformat, ergänzt durch gutes Essen und Getränke.

Die geringere Reichweite macht das kontraktive Konzertleben auch ökologischer. Vermutlich ist die Zeit der Welttourneen ohnehin erstmal vorbei. Die Weltmusik muss darunter nicht leiden, schließlich gibt es in fast jedem Land einen Austausch zwischen den dort lebenden Künstlern aus aller Welt. Und alles weitere kann man sich ja immer noch in den Medien anschauen…

Es wäre spannend zu beobachten, ob nach ein paar Jahren solcher kontraktiven Konzerterfahrungen, kreativ und liebevoll gestaltete hochkarätige Kleinformate mit dem Charakter von Unikaten, überhaupt jemand große Festivals vermisst. Vielleicht ist dann irgendwann auch die Elbphilharmonie nur noch eine Art Neuschwanstein, das aus der Ferne wunderschön anzuschauen ist, und wenn man hineingeht, denkt man: Aha, hier fanden also mal Konzerte statt…

Wir sollten jetzt keine Zeit vergeuden

Eine Musikhochschule könnte ein Labor für die Entwicklung der entsprechenden Formate sein. Studierende und Lehrende möglichst vieler und unterschiedlicher Fachgruppen könnten in Foren und Podien miteinander diskutieren, Ideen entwerfen und die entsprechenden Veranstaltungen planen. Den größten Aufwand würde zunächst die Vermittlung zwischen Künstlern und Veranstaltern darstellen – letztere sind diejenigen, die z.B. ihre Wohnung für Hauskonzerte zur Verfügung stellen und evtl. bestimmte Wünsche an die Programmgestaltung haben.

Da die Veranstaltungen womöglich zeitweise nur in äußerst kleinem Rahmen stattfinden dürfen, wären entsprechend viele solcher Kleinstformate zu gestalten. Andererseits könnte es sein, dass sich gerade wegen der geringen Anzahl Beteiligter die Organisation auch recht bald dezentral und unbürokratisch durchführen lässt, etwa über Online-Plattformen oder Mailverteiler. Hier kann die Technik endlich mal eine wirklich konstruktive Rolle spielen, nämlich jene, zu der sie sich viel besser eignet als zur Simulation der Realität: der Datenverarbeitung.

Wir sollten jetzt keine Zeit vergeuden mit ungeduldigem Abwarten, wann denn wieder alles so sein wird wie früher. Diese Haltung beruht nämlich auf dem Irrtum, dass ja früher alles in bester Ordnung war. Jedem, der bereit ist, die Tatsache des Klimawandels zur Kenntnis zu nehmen, dürfte klar sein, dass es so wie vorher unter keinen Umständen weitergehen kann.

Auch Künstler müssen sich Fragen gefallen lassen, wie sie ihre Tätigkeit gestalten wollen, ohne dabei mehr Ressourcen zu verbrauchen, als es jedem Erdenbürger in dieser Situation zustünde (und gerade die weniger Privilegierten sind hier mit eingerechnet). Dieses einmal in konkrete Zahlen zu fassen, wäre hochinteressant: Wie viele Auslandsauftritte könnte ich mir dann leisten?

Auch die Berufsausbildung der Musikhochschulen kennt kaum etwas anderes außer dem Jahrhunderte alten Modell: Wettbewerb – Solist – Orchestermusiker. Im Zuge einer Neuorientierung des Konzertbetriebs müsste aber auch die Ausbildung breiter angelegt sein, damit die Absolventen darauf vorbereitet sind, sich zukünftigen katastrophischen Bedingungen mühelos anzupassen.

Nachtrag – zur Frage der Systemrelevanz

Im Gespräch mit Studierenden fällt er plötzlich – der unbequeme Gedanke: Wir sind die Letzten! Vor uns kommt die Autoindustrie und der Fußball und sogar die Kirche, mit etwas Abstand die Gaststätten und Hotels, Sportplätze und Schwimmbäder. Da mag man sich die Frage stellen, ob der vielfach behauptete hohe Stellenwert der Kultur vielleicht nur ein Schönwetterphänomen war – Theater, Orchester, freie Kulturszene und Vereinsleben sind wohl doch nicht systemrelevant.

Was ist dies nun aber für ein System? Ein System, das unter ökonomischen Bedingungen alltäglich Triage-Situationen heraufbeschwört – wer kann es schaffen, wen lassen wir leben?

Nach einer in der Frankfurter Rundschau veröffentlichten Umfrage geben 33% der Befragten an, ihre Theater- und Konzertbesuche stark einzuschränken. Manchen Leserbriefen kann man entnehmen, dass auch das Angebot eines hygienisch einwandfreien (d.h. eingeschränkten) Konzerterlebnisses mit Datenerfassung (aus Sicherheitsgründen!) die Leute nicht wirklich begeistert. Wen wunderts, wenn solche Gnadenakte der Regierung mit „Nein, danke!“ quittiert werden.

Dass es so weit kommen konnte, hängt vermutlich damit zusammen, dass KünstlerInnen nicht daran gewöhnt sind, ihre Interessen nachdrücklich zu vertreten. Wir sind keine Lobbyisten – und das ist auch gut so -, aber keine Lobby zu haben, kann auch von Nachteil sein. Die Kanzlerin hat sich ja sehr lobend über die „guten Konzepte“ der Kirchen geäußert und sich gewünscht, dass auch von Seiten der Opern und Konzerthäuser so etwas kommt … was heißen könnte, dass sich bisher noch niemand darum gekümmert hat?

Künstler, die etwas auf sich halten, machen keine halben Sachen. Daher ist es verständlich, dass viele Akteure lieber abwarten, bis der Spuk vorbei ist, als jetzt zu streamen. Ich glaube aber, dass wir jetzt die Chance haben, dazuzulernen und für unsere Sache zu kämpfen. Zumindest sollte jetzt die Debatte beginnen, wie unsere Branche in und nach der Krise aussehen soll. Momentan kommt diese Debatte nicht vor.

Es ist verständlich, dass unter der Rhetorik der Massenmedien viele Verantwortliche eher übervorsichtig agieren. Denn wer nichts unternimmt, kann auch keine Fehler machen. Aber wer einfach nur nicht schuld sein will, handelt auch nicht verantwortlich.

Thesen – als Bausteine für zukünftige Debatten geeignet

* Wir brauchen eine resiliente (krisenfeste) Lokalkultur – sollten wir nicht das Lokale/Regionale stärken?

* Künstler und ihr Publikum sind unzertrennlich – wir dürfen uns nicht spalten lassen!

* Wir brauchen sehr viele Kulturmanager – die neue Konzertkultur braucht neue Organisationsformen.

* Künstler ermöglichen ihren Mitbürgern ein bedingungsloses Kultureinkommen – der Staat (d.h. die Bürger) garantiert den Künstlern ein bedingungsloses Grundeinkommen.

* 33% weniger Besucher als Folge der Krise – wo gehen die denn dann hin? (speziell unsere Kerngruppe, die „Risikogruppe“) Das wäre eine Umfrage wert.

* Der „Verein für musikalische Privataufführungen“ Schönbergs kann als Modell einer neuen bürgerlichen Konzertkultur dienen.

* Digitale Mischformate (Live, Live-Elektronik, Livestream, On Demand) können das Konzertleben ergänzen, jedoch nicht ersetzen.

* Die Zukunft liegt nicht in immer größeren, sondern kleinen, aber feinen Events – kleine Ensembles, kleines Publikum, intim und exklusiv.

* Alle expansiven Modelle der Kulturwirtschaft müssen auf den (Klima-)Prüfstand.

* Das aktuelle Corona-Regime stellt die Besucherschaft vor ein Dilemma: entweder man akzeptiert die Hygieneauflagen, Abstandsregeln und die Datenerhebung, oder man wird vom Kunstgenuss ausgeschlossen.

* Die allerorten herrschenden Hygiene- und Sicherheitsstandards verweisen auf eine „Weltraumästhetik“. In den beliebten Science-Fiction-Romanen und -Filmen geht es stets keimfrei und blitzsauber zu. Es herrscht Technik und Krieg – von Natur und Kultur keine Spur.

* Wenn Theater und Konzerthäuser nicht – oder nur unter großen Umständen – besuchbar sind, ist dies eine große Chance für die Straßenmusik: sie kommt zu den Leuten und wartet nicht, bis die Leute zu ihr kommen. Vielleicht werden die Serenaden, die in Opernaufführungen unter diversen Fenstern gesungen werden, mehr und mehr unter wirklichen Fenstern gesungen …

* Abstandsregeln können vieles verhindern, aber auch etwas ermöglichen: das Bewusstsein für den musikalischen Raum und die Weiterentwicklung einer Raummusik.

* Wie wird sich das Verhältnis von öffentlicher und privatwirtschaftlicher Kulturförderung verändern? Müssen wir das künftig in der Ausbildung berücksichtigen? Werden Vereine zunehmend als Konzertveranstalter agieren?

* Wird man demnächst nicht mehr nur von Kulturveranstaltern eine Künstlersozialabgabe fordern, sondern von allen Bürgern eine Sozialkulturabgabe?

* Open Air-Veranstaltungen haben viele Vorteile: mit Hofkonzerten kann man den ländlichen Raum bespielen und sich gleichzeitig von lokalen (Bio-) Erzeugern verpflegen lassen.

* Neben „Konzert“-Veranstaltungen können künftig ganz neue Formate entstehen, die im wesentlichen flexible Mischformen sind aus Vortrag, Workshop, Diskussion, an welchen das Publikum aktiv, interaktiv und passiv teilhaben kann.

Vereins-Gründung (am Beispiel des Schönberg-Vereins)

Der Schönberg-Verein ist nicht wachstums- und marktorientiert – seine Preisgestaltung hat den sozialen Ausgleich im Blick.

Der Verein macht keine Pressearbeit, es gibt keine Besprechungen und keine Kritiken – er entzieht sich den Massenmedien.

Schönberg versammelt die damalige Elite der Komponisten und Interpreten. Heutzutage müsste man ebenfalls einige Kaliber aufbieten, um eine vergleichbare Exklusivität herzustellen.

Der Verein könnte sich zudem durch seinen privaten Rahmen jeglicher Regulierung oder Einflussnahme entziehen. Daher könnten auch „Sicherheitskonzepte“ flexibel gehandhabt werden.

Mit einer solchen Konzeption können wir eine ganze Reihe von aktuellen Problemen auf einmal lösen!

Visionen

Vision bedeutet einfach: „man sieht“. Das ist die Aufgabe eines Künstlers – das Vorausschauen, die Vorstellung von Klängen und Bildern, dann die Umsetzung der Vision, damit auch alle anderen sehen können, was man geschaut hat – und: dass es geht!

Vision könnte auch bedeuten: Vorausschau und Sichtbarmachen des Guten Lebens für alle.

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